CHU Düsseldorf 2012

Zum CHU Düsseldorf machten sich zu gewohnter Stunde die drei Reiter Katharina, Gereon und das Küken Ramona auf den Weg nach Wuppertal. Dieses Jahr hatte Düsseldorf zu einem 15er CHU eingeladen und man merkte doch, dass sich die Turnhalle deutlich schneller füllte. So war es auch nicht verwunderlich, dass man viele alte Bekannte begrüßen konnte. „Großstadtsafari“ war das Motto des Eintreffabends und Paderborn musste im Zuge dessen irgendwie versuchen, sich als „Strauß“ zu verkleiden. Katharina hatte im Vorfeld schon Schnabelmasken gebastelt und mit dem einen oder anderen Accessoire ausgestattet, konnte man uns mit viel Phantasie als solche auch erkennen 😉

Nach etwas Vortrinken ging es dann in Elmars Kofferraum zur Party (vielen Dank nochmal! 😉 ). Da Strauße sich auch überwiegend von Korn ernähren, griffen auch wir an dem Abend auf diese Nahrungsquelle stark zurück, lediglich in flüssiger Form 😛  So wurde es eine harte Partynacht, was aber nicht weiter schlimm war, konnten wir doch am nächsten Morgen bis ca. halb zehn ausschlafen. Zu Fuß ging es dann von der Party und Gereons hervorragender Orientierungssinn führte dann sogar mit Abkürzung (ob es wirklich eine war, ließ sich nachher nicht mehr klären) zielsicher zur Turnhalle zurück.

Geringfügig ausgeschlafen machten wir uns dann am nächsten Morgen turnierfertig und fuhren zum Frühstück auf die Anlage. Dieses Wochenende hatten wir auch wieder etwas mehr Losglück und konnten uns in Ruhe die erste Pferdegruppe anschauen bevor wir dann als zweite Reiter auf die Pferde mussten. Düsseldorf gab aber mit einer straffen Organisation und Abreiten in der zweiten Halle ordentlich Gas und so waren wir dann alsbald ebenfalls dran. Nach einer ordentlichen Runde, lediglich Katharinas Pferd machte beim Galopp einen kleinen Freudensprung und der Zitterpartie, was die letzten Reiter noch für Noten bekommen würden, stand fest, dass sich Gereon und Ramona für die L Dressur qualifiziert hatten. Ramona musste sich dort knapp der Konkurrenz geschlagen geben, während Gereon noch eine Runde weiter durfte. Dort aber der Schrecken: Julia aus HH war die dritte Reiterin auf dem Pferd von Gereon. Gestellt wurde das Pferd von Rebecca aus der Düsseldorfer Reitgruppe und, das man muss an dieser Stelle einmal sagen, es eher selten ein so angenehm zu reitendes Pferd mit einem traumbequemen Sattel zu reiten gibt. Das Weiterkommen hatte sich also schon durch diesen Ritt gelohnt! Leider war die Abreitezeit sehr kurz und so schlich sich doch der ein oder andere Fehler ein und da Julia eine saubere Runde lieferte, bedeutete es das Aus für Gereon im Halbfinale. Das Dressurfinale sollte am kommenden Sonntag stattfinden und so ging es dann zum Rahmenprogramm über. Oppermann wagte sich dafür an der Longe zunächst auch in den Sattel. Dann wurde aber der Voltigiergurt festgeschnallt und (nein, nicht Oppermann, sondern) Freiwillige durften ihre Voltigierkünste zum Besten geben. Der ein oder andere schaffte auch die neu erfundene Froschhocke, der Rest glänzte durch spektakuläre Abgänge vom Pferd 😀

Nach dem deftigen und super leckerem Abendessen bestehend aus Schweinebraten und Bratkartoffeln machten wir uns auf den Weg in die Turnhalle. Da diese aber noch nicht aufgeschlossen war, nutzte die Horde an Studentenreitern die Chance, sich das Trainingsspiel irgendwelcher Leute auf dem Asche-Fußballplatz neben der Turnhalle anzuschauen. Es bleibt kurz anzumerken, dass es kurz vorher geregnet hatte und der Platz einer Küstenlandschaft mit einigen Sandbänken glich und die Männer sich dort ordentlich dreckig machten. Also unterstützten wir das Spiel in typischer Studentenreitermanier mit den bekannten Fußballrufen wie „Vorwärts“ „Los, los, los“ oder ähnlichem. Irgendwann kam dann das Gerücht auf, dass es sich bei den Spielern um taube Menschen handeln würde, aber wir waren uns nicht sicher und machten einfach so lange weiter, bis die Turnhalle aufgeschlossen wurde. Da sich mittlerweile bestimmt 40 Studentenreiter eingefunden hatten, ging der Run auf die Duschen los. Schon nach kurzer Zeit streikte das Warmwasser und schlussendlich kam aus unerklärlichen Gründen gar kein Wasser mehr aus den Duschen. Egal, war duschen halt auf später verschoben. Während Gereon die Zeit für ein kurzes Nickerchen nutzen wollte, hatte aber das junge Gemüse um Katharina und Frani nichts Besseres zu tun, als über ihren Obmann herzufallen und ihn auf alle erdenklichen Weisen zu ärgern und zu traktieren. Einige Zeit später erschienen dann sehr farbenfroh gekleidete ältere Personen in der Turnhalle, die vermutlich der 70er Jahre Party im Vereinshaus gegenüber entflohen waren. Den ein oder anderen Studentenreiter zog es dann ins Abenteuer, dort schienen sie auch gleich sich Freunde gemacht zu haben, denn etwas später kam ein Kellner in die Turnhalle und brachte für ein Grüppchen ein ganzes Tablett gezapftes Bier 😀

Nachdem das Duschen bei ausreichend Wasser, sogar sehr heißes, dann doch noch erfolgreich war, ging es auch irgendwann zu Fuß zur Party. Es wurde in altbekannter Manier gefeiert, Ramona zwischenzeitlich aufgrund von etwas Kreislaufproblemen in die Turnhalle verfrachtet, bis sich Katharina mit Münster in die Turnhalle absetzte, während der Obmann noch die Flagge für Partyborn bis fast zum End hochhielt.

Für manche war der nächste Morgen nicht ganz so friedlich wie sonst, da gegen halb sieben ein Typ in der Turnhalle stand und die erstbesten der nichtsahnenden schlafenden Studenten anmotzte: „Wör hat da des Äuto in de Auffohrt gepoarkt? Das issst ene Unverschäihmtheit. Isch ruf die Polizeeii.“ Auf die Frage, wer er denn überhaupt sei, antwortete er: „Isch bin der Plotzwart“. So ging es dann eine ganze Zeit weiter, bis sich endlich die Person gefunden hatte, die das Auto wegparken konnte. Für alle anderen war wieder mehr oder weniger ausschlafen angesagt.

Auf der Anlage konnten wir uns wieder einmal ruhig zurücklehnen und erst mal die anderen machen lassen. Einziges Problem: Wir mussten gegen Osna und Bonn reiten. Katharina war dann die erste, die von uns an den Start musste und legte eine sehr gute Runde hin, in der man auch sehen konnte, dass sie sich alles passend ritt und nicht nur das Pferd lenkte. Die Wertnote war mit 7,2 gefühlt zu niedrig, aber man wusste ja noch nicht, wie die anderen eingeordnet werden würden. Gereons Pferd war schon beim Abreiten nicht so erbaut davon, über diese bunten Dinger in der Halle drüber zu müssen. Beim ersten Reiter gab es dann Kommunikationsschwierigkeiten (Reiter: „Los, drüber da“ Pferd: „Nein, rechts ist Platz, da können wir dran vorbei reiten“) und so wurde von beiden dann die Mitte gewählt, da stand allerdings der Ständer im Weg. Nachdem es ein weiteres Mal nicht funktionierte, wurde beschlossen, das Pferd lieber durch ein anderen auszutauschen (Puh, dem Herzinfarkt knapp entkommen). Also hieß es für Gereon erst mal warten. Nachdem der erste Reiter noch mal durch den Parcours war, ging es dann auch für ihn an den Start. Die Runde fing gut an, aber die Wendung zur Kombination passte nicht und dann war es halt nicht mehr so gut –.–  Alex Schwegmann legte mal wieder eine Traumrunde hin und bescherte uns somit eine nicht allzu kleine Differenz, auch wenn dies auf dem CHU öfters vorkam (wussten die Richter um die Wirkung von Differenzen?). Ramona hatte etwas Orientierungsschwierigkeiten und flog auch mit hoher Differenz raus. Katharina kam ebenfalls nicht weiter, warum, das wissen wir bis heute nicht. So hatten wir unsere super Ausgangsposition von Samstag ordentlich verbockt. Nach dem Springfinale zwischen Sina Fenner und Tabea aus Osna durften beide noch mal bei einem „Jump & Drive“ teilnehmen, bei dem es erst mit einem Pferd einen Parcours zu überwinden galt und dann noch eine kurze Fahrt mit dem kleinen Motorrad zu bewerkstelligen war. Hatte Tabea das Springfinale gewonnen, so konnte sich diesmal Sina durchsetzen. Anschließend trugen noch Julia aus HH und Alexandra Schwegmann das Dressurfinale aus, bei dem sich erstere an die Spitze setzte.

Bei der Platzierung konnte Ramona den 11. Platz einheimsen für ihre Dressurvorstellung, während Gereon es auf den vierten Platz schaffte. Mit der Mannschaft waren wir dann doch noch etwas besser als gedacht und landeten auf dem 8. Platz der 15 Mannschaften, letztendlich aber weit unter den Möglichkeiten.

Wir bedanken uns bei der Düsseldorfer Reitgruppe für dieses geniale und ereignisreiche Wochenende (ist auch ein sehr langer Bericht geworden 😉 )!!!

 

Ramona, Katharina und Gereon