CHU Göttingen 2008

Freitag Abend, 20.00 Uhr. Drei durchtrainierte, gutaussehende und überaus charmante junge Studenten stehen in der Einfahrt der Familie Deppe um das Auto zu beladen. Die Taschen der Deppe-Brüder in perfekter Manier neben und übereinander gestapelt um den Platz des Golfschen Kofferraumes optimal auszunutzen, blieb für Ina nur noch die Rückbank als Gepäckablage. Darauf bedacht die Jackets nicht zu zerknittern, stapelte sie ihr Hab und Gut hinter dem Fahrersitz und machte es sich selbst im Fond des Wagens bequem. „Kaaaann loooos gehen!“ Kaum ausgesprochen flog der Golf auch schon rückwärts durch das Eingangstor um im nächsten Moment auf die Autobahn zu rasen und die Strecke Paderborn-Göttingen in Rekordzeit zurückzulegen. Es sei noch kurz angemerkt, dass Thiemo vorsorglicher Weise am Morgen Winterreifen aufgezogen hatte. So waren wir für alle Eventualitäten gewappnet und konnten leeeider nur 200km/h schnell fahren. Ich sag mal so: „Es hat gereicht!“

In Göttingen angekommen, führte uns das Navi über kleine Spazierwege und durch etwaige Vorgärten quasi direkt zum Objekt der Begierde. Die Turnhalle! Dort angekommen, in Paderborner Manier natürlich als erstes, hatten wir kurz Zeit uns zu sammeln, denn die Halle wurde noch von stinkenden Fußballern belegt, die ihre Schwitzeinheiten noch nicht beendet hatten. Ein angenehmer, menschlicher Geruch war also garantiert.

In der Kälte zitternd, sich mit den ersten Ankömmlingen unterhaltend, machte Thiemo sich auf den Weg die Lage zu sondieren. Gereon tat es ihm kurze Zeit später gleich und so machten die beiden aus, dass Paderborn in der Streber-Halle, der zweiten im Untergeschoss gelegenen Turnhalle, schlafen sollte, was bedeutet, dass nur ausgewählte, dem ersten Eindruck nach ruhige Gesellen, mit uns die Turnhalle teilen durften um eine entspannte Nachtruhe zu garantieren.

Trotz der Tatsache, dass wir sehr früh in Göttingen eintrafen, schafften wir es erst um kurz vor 12 und somit kurz vor Meldeschluss auf der Party aufzukreuzen und Startbereitschaft zu erklären. Das Motto des Abends war: „Tanzen“ Wir waren für Cuba im Einsatz und sollten eine kleine Rumba aufs Parkett legen. Mäßig geschmückt mit Zigarren ausgestattet, starteten wir in den Abend. Eine super Party mit vielen alten Bekannten und genialen Tanzeinlagen. Der Abend war viel zu schnell zu Ende und um 4.30Uhr lagen wir auch schon wieder auf den Lumas in der TuHa.

Der nächste Morgen begann ruhig. Um 8.00Uhr klingelten die ersten Wecker  und Paderborn stand brav auf. Es war ruhig in der Halle! Zu ruhig! Wir waren als einzige wach und nutzten die Gunst der Stunde um in Ruhe zu duschen und uns fertig zu machen. Gegen 8.30Uhr weckten wir dann auch den Weckdienst, der sich aufraffte wenigstens einmal kurz ins Horn zu blasen.

Das Frühstück war ausgewogen und reichhaltig und so stand einem erfolgreichen Tag nichts mehr im Wege. Eigentlich! Nach dem Losen hatten wir noch Zeit uns die anderen in Ruhe anzugucken, denn wir waren erst im 2. Block dran, dafür aber als erstes! Hannover und Münster bekamen also wunderbar abgerittene, durchlässige und vor allem entspannte Pferde, denn die lieben Hottis hatten sich bei uns schon so richtig ausgetobt. Spannung pur, die mit recht durchwachsenen Wertnoten und einen hohem Adrenalinspiegel belohnt wurde.

Paderborn war also als erstes Team geschlossen raus!

Wir machten uns dann auf zu einer Stadtbesichtigung. In Göttingen tanzt der Bär! Zumindest, wenn man zufällig an dem Tag da ist, an dem ein Castor-Transport durchs Städtchen rollt und tausende Demonstranten erwartet werden, die von hundertausenden Polizisten unter Kontrolle gehalten werden sollen! Hunderte Einsatzfahrzeuge blockierten die Straßen und wir waren mittendrin. Das Highlight des Tages. Gegen Nachmittag machten wir uns dann wieder auf zur Reitanlage, schauten uns entspannt das Finale an und fuhren dann wieder zur Turnhalle um uns noch ein paar Minütchen hinzulegen. Gestört wurden wir dann durch einen wild gewordenen Studentenreiter, der aus dem Schlaf gerissen aufsprang, orientierungslos in der Turnhalle umherschwankte um dann geradewegs auf den Notausgang zu zurennen. Der Spurt zu Tür wurde von den Schreien des „Turnhallenwächters“ Cord begleitet, der Angst hatte, dass ein Alarm ausgelöst werden würde.  Dabei musste sich der arme Marburger doch nur einmal gründlich erleichtern!

Frisch raus geputzt und guter Dinge konnten wir dann zum Abendessen fahren. Ein wahres Candle-light-Dinner erwartete uns, das keine Wünsche offen ließ. Insgesamt war die Verpflegung in Göttingen sehr gut. Nach dem gemütlichen Abendessen saßen wir noch so beisammen und spritteten schon einmal für den Abend vor und schon ging die Party los. Super Musik, coole Leute und ein knutschender Thiemo. Was braucht man mehr für einen lustigen Abend? Völlig fertig schliefen die Survival-Cup-Anwärter (Bielefeld) schon im sitzen ein, während Thiemo ausgelassen auf einem Biertisch tanzte, der kurze Zeit später einkrachte. Ein lustiger Abend endete dann gegen 5.00 Uhr morgens und ließ uns die verbliebenen Stunden friedlich schlummern. Sonntagmorgen = Aufbruchsstimmung. Die Waschräume im Gegensatz zum Vortag überfüllt, die Reiter übermüdet und die Stimmung noch nicht wieder auf dem Höhepunkt. Vor allem Thiemo ging es nicht ganz so gut, er hatte wohl seine Schlaftabletten vergessen… Zumindest schrie er dem wunderbar vorsichtig und bedacht fahrenden Gereon auf der Fahrt zur Reitanlage ständig an, er möge doch BITTE angepasster fahren! Nach dem Frühstück und der Losung hatten wir ein Déjà-Vu. Gleiche Gruppe, gleiche Startfolge und gleiche Gegner! Ina ritt als erste und legt mit einer 6,8 nicht sehr ambitioniert vor, getoppt wurde es dann durch Thiemos herausragende 5,2 und nur Gereon schaffte es mit einem beispiellosen Ritt und einer 6,4 in die nächste Runde. Thiemo verschwand übrigens nach seinem Ritt für ein paar Stündchen bevor er ausgeschlafen und bester Laune wieder auftauchte und stolz verkündete er könne jetzt auf jeden Fall wieder Auto fahren.

Gereon ritt auch in der zweiten Runde sehr schön, verpasste aber leider doch das Weiterkommen um wenige Punkte. Die Mannschaftsleistung war dementsprechend bescheiden.

Das Springen verlief ohne größere Zwischenfälle, dafür aber mit einigen Tanzeinlagen und einem unerwarteten Finalteilnehmer. Dr. Love hatte es tatsächlich geschafft und stand Fritzi gegenüber. Diese gewann dann auch bravurös das Springen. Anschließend wurde schnell abgebaut und schon standen alle zur Siegerehrung bereit. Paderborn war zwar schön, aber erfolglos und so belegten wir leider nur den 15. Platz. Und wurden unter „Ohhhh – Ranglistenerste“ auf unserem Gang zum Schafott begleitet. Immerhin sicherte sich Thiemo den Baggerpreis. Was ein Ereignis!

Nach einer großen Verabschiedungsrunde setzten wir uns in den schwarzen Racing-Golf und rasten wieder ab Richtung Heimat! Ein super cooles Wochenende der anderen Art!

Ooooooooooooohhhhh  – Göttingen!

Thiemo, Gereon und Ina