CHU Oldenburg 2008

Am frühen Freitagabend machten wir uns auf, zur Hauptstadt der „Helden unserer Kindheit“ zu reisen, so jedenfalls das Motto des Eintreffabends. Nach gut zwei Stunden Fahrtzeit erreichten wir als erste Gruppe Oldenburg. Nachdem die Formalien geregelt waren, suchten wir die Turnhalle auf, die für die nächsten zwei Nächte unser Schlafplatz sein sollte. Etwas verunsichert davon, dass die Turnhalle „piekefein“ war, dunkel und niemand sonst dort war, fragten wir uns, ob dies auch die Richtige wäre. Wir beschlossen trotzdem die Gunst der Stunde zu nutzen und es uns in der Ecke soweit wie möglich gemütlich zu machen.

Für den Abend begaben wir uns auf die Spuren unserer Kindheit (laaange her) und machten uns auf die Suche nach den „Helden unserer Kindheit“: Die „Sendung mit der Maus“!!! Tja, wer hätte das gedacht?! Zumindest die Reitgruppe Oldenburg und so kamen wir unserer Aufgabe nach und  es erschienen Thiemo und Gereon beide als die „Maus“ auf der Party während Irija den Platz des Elefanten einnahm (Platz natürlich nicht im Sinne von…..na, ihr wisst schon 😉 ). Dafür hatten wir, soweit in den Tiefen unserer Kleiderschränke gefunden, uns in den charakteristischen Farben der „Helden unserer Kindheit“ gekleidet. Zusätzlich haben wir uns ein wenig künstlerisch betätigt und zuvor auf Haarreifen Ohren (mit Strasssteinchen 😉 ) geklebt und für Irija noch einen Rüssel gebastelt. Den Abend haben wir dann einige von früheren Studententurnieren bekannte Reiter getroffen und auch schon neue Bekanntschaften geschlossen (geht am Besten übers Tanzen – also: üben, üben, üben).

Am nächsten Morgen stand die Paderborner Mannschaft wieder pünktlich und in Turnierschale geworfen an der Reitanlage. Nach dem Losen hatten wir erst mal etwas Zeit, einige der anderen Mannschaften zu begutachten, da wir erst im 2. Teil dran waren. Dort allerdings mussten wir als erste Mannschaft auf den Pferden starten. Unsere drei gelosten Pferde hießen „Sunny“, „Dark Diamond“ und „Pferdchen“. „Pferdchen“ war ein Schulpferd, 22 Jahre alt und, nun sagen wir, etwas unproportioniert.  Obwohl etwas faul, durfte es nur ohne Sporen geritten werden. Thiemo „opferte“ sich und übernahm „Pferdchen“. Irija entschied sich für „Sunny“. Gereon übernahm dann „Dark Diamond“. Entsprechend seines Namens war letzteres herausstechend hübsch und mit guten Gangwerk ausgestattet. Einziges Manko: das Pferd wusste um seine Ausstrahlung und trug deswegen sein Haupt stolz und überaus selbstbewusst. So musste Gereon sich dem letzten Reiter geschlagen geben, während Thiemo und Irija noch eine weitere Runde absolvieren durften.

Für Irija war es in der L-Runde Pech, das sie als Dritte an den Start gehen musste, da das Pferd widerspenstig wurde. So erntete sie zwar große Bewunderung des Pferdebesitzers, da sie es geschafft hatte, das Pferd im Viereck zu halten, jedoch reichte die Wertnote nicht, um noch weiter zu gelangen. Thiemo hingegen setzte sich auch in dieser Runde erfolgreich gegen seine Mitstreiter durch. Danach stand erst mal Mittagessen an. Die beiden Suppen konnten zwar Thiemos Hunger nach seinen beiden Runden nicht richtig stillen, halfen aber scheinbar doch dabei, auch die L Kandare erfolgreich zu absolvieren, wobei ihm das Pferd nach eigenen Angaben einiges abverlangte. Dann ging es auch, im Gegensatz zu den meisten anderen CHUs, mit der Finalrunde im Anschluss weiter. Seine Kontrahentin musste als Erste an den Start, hatte aber durch die Nervosität des Pferdes (und wahrscheinlich auch der Reiterin) einige Patzer in ihrer Vorstellung. Bevor Thiemo dann aber sein Können unter Beweis stellen konnte, stand das traditionelle Finalknutschen an. Mittlerweile besaß Thiemo ja schon einiges an Erfahrung im Finalknutschen, konnte jedoch nicht verhindern, dass die Dame ihn noch ein wenig lädierte, bevor er aufs Pferd stieg. Ob absichtlich oder doch nur versehentlich sei mal dahingestellt – trotzdem legte Thiemo eine saubere Runde hin. Wer nun der Gewinner der beiden war, wurde erst bei der Siegerehrung am Sonntag verraten.

Danach begaben wir uns wieder in die Turnhalle und ruhten uns ein wenig von dem anstrengenden Tag aus. Kurz bevor wir uns zur Party aufmachten, wurde die Paderborner Ecke der Turnhalle zum „Szenetreff“ etlicher Reitgruppen und wir lernten viele neue Studentenreiter kennen. Dann organisierten wir uns ein Taxi und fielen hungrig über das reichhaltige Grillbuffet her. Direkt im Anschluss sollte die Party starten, welche aber nur sehr langsam in Schwung kam (lag wohl am DJ und nicht an den wie immer partyfreudigen Studentenreitern 😉 ).

Im Laufe des Abends kam Immo (Julius Krawczyk) auf die Idee, die ganze Veranstaltung etwas aufzulockern und einen „Wet-T-Shirt-Contest“ zu veranstalten. Man sollte nun glauben, dass es schwierig war, Teilnehmerinnen zu finden, doch die größere Schwierigkeit lag darin, genug weiße T-Shirts zu organisieren. So mussten auch Thiemo und Gereon ihre T-Shirts zu Verfügung stellen und es fanden sich 7 Mädels die den Spaß mitmachen wollten. Weiterhin gab es drei Juroren, die es sich natürlich nicht nehmen ließen, das Wasser selbst zu verteilen um anschließend eine Siegerin zu küren. Damit nun endlich etwas Schwung hineingebracht, ging die Party richtig los und es wurde getanzt und gefeiert.

Am nächsten Morgen hieß es wiederum zeitig aufstehen, da auch noch alle Sachen wieder zusammengepackt und in das Auto gequetscht werden mussten. Gesagt – getan. Beim Losen hatten wir wieder das Glück, erst im 2. Teil aktiv werden zu müssen und konnten erst mal in aller Ruhe zu Kräften kommen. Unsere drei Pferde für die erste Springrunde sprangen auch alle ganz artig unter ihren Besitzern, also musste niemand von uns Angst haben, ein besonders schwieriges Pferd zu bekommen. Allerdings war die Konkurrenz hart und so konnten wir uns alle drei leider nicht für eine  weitere Runde qualifizieren und mussten die nächsten Runden von der Tribüne begutachten.

Beim Springfinale wurde es noch einmal richtig spannend: Zunächst startete „Nancy“ aus Braunschweig auf „Stromi“ und legte wirklich einen perfekten Ritt mit einer super schnellen Zeit hin. Dann stand wieder Finalknutschen auf dem Plan. Da es sich um zwei Finalistinnen handelte, mussten noch kurzerhand zwei Männliche Partner organisiert werden und was liegt da näher, als die Küken zu nehmen. So gab es erst zu dem Klopfer ein lautes „Oooohhhh – Finalpferd“ und dann mussten sich alle vier unter lautem Gejohle der Zuschauer im Dreck wälzen und noch den lautstarken Forderungen von der Tribüne nach einem Partnerwechsel nachgeben. Das Urteil der Finalistinnen zu ihren Knutschpartnern fiel aber miserabel aus: Auf die Frage, welcher von beiden besser gewesen sei, antworteten sie: „Beide waren schlecht!“ – naja, die Küken wurden ja auch ins kalte Wasser geworfen.

Dann musste noch die zweite Finalistin durch den Parcours und trotz einer sauberen, fehlerfreien Runde reichte die Zeit letztendlich nicht zum Sieg. Nachdem alle kurz mitgeholfen hatten, den Parcours abzubauen, fand auch sofort die Siegerehrung statt. Zunächst wurden die Einzelreiter Dressur platziert. Hier durfte sich Irija über den 11. Platz freuen. Als dann die ersten drei Plätze bekannt gegeben wurden, war die Freude groß: Thiemo hatte tatsächlich geschafft, die Dressurwertung zu gewinnen!!!

Bei der Mannschaftswertung waren wir hingegen alle etwas enttäuscht: ein ernüchternder 7. Platz entsprach nicht unseren Erwartungen, zu schlecht ist das Springen für uns alle gelaufen. Trotzdem nahmen wir dankbar die Ehrenpreise entgegen und verabschiedeten uns von unseren alten und neuen Freunden und machten uns auf den Heimweg ins gute, alte Paderborn.

 

Irija, Thiemo und Gereon