DHM Darmstadt 2008

Am Donnerstagnachmittag stopften wir alle unsere Sachen in unseren mittlerweile studententurniererprobten Renngolf und düsten gen Darmstadt los. Nach knapp drei Stunden erreichten wir die Jugendherberge, in der wir uns für das anstrengende Wochenende, wie fast alle anderen Mannschaften auch, einquartierten. Dann machten wir uns daran, unsere Jacketts mit dem Paderborner Logo zu verzieren, die wir uns für die DHM organisiert hatten. Das war schwieriger als gedacht, aber Irija gelang es dann doch dank ihrer Feinmotorik.

Nach und nach trafen auch die weiteren Mannschaften ein und wir wurden in das Münsteraner Zimmer eingeladen, ein wenig vorzutrinken. Kurz nach elf machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg zum Eintreffabend, um unsere Startbereitschaft zu erklären und die Pferde für den nächsten Tag zu losen. Dort trafen wir dann noch viele weitere bekannte Studentenreiter und feierten zusammen den Beginn des größten sportlichen Events in der Studentenreiterei, der DHM.

Mit dem Hintergedanken, noch ein hartes Wochenende vor uns zu haben, machten wir uns nicht allzu spät wieder auf zur Jugendherberge. Dort mussten wir allerdings feststellen, dass niemand wusste, wann wir am nächsten Morgen an der Reitanlage sein mussten, da noch keine Programmhefte verteilt wurden.

Am Freitagmorgen konnten wir zunächst in Ruhe frühstücken, da wir erst in der zweiten Pferdegruppe unser Können unter Beweis stellen mussten. Dort konnten wir erst noch die Marburger Mannschaft auf den Pferden analysieren, bevor wir selber in den Sattel stiegen. Nach einer recht sauberen Runde mussten wir noch auf die Ergebnisse der Darmstädter Reiter warten, konnten uns dann aber umso mehr darüber freuen, dass Paderborn geschlossen weitergekommen ist. Also ging es schnell zum Mittagessen, um sich für die nächste Runde zu stärken. Kurz danach erreichten auch unsere zwei Schlabus, Mimi und Kristina Darmstadt und unterstützen das Paderborner Team in der nächsten Runde. Irija musste dort als Erste ran, hatte jedoch das Pech, auf dem Schulpferd „Chippendale“ gegen den S-Dressurreiter aus Iserlohn zu starten und sie sich ihm geschlagen geben musste. Als nächstes war Gereon an der Reihe. Ihm wurde das studententurniererfahrene Pferd „Wilma“ von Melanie Gockel zugelost. Glücklicherweise war er der zweite Starter auf dem Pferd und konnte die vorgelegte Note überbieten und sich für das Viertelfinale qualifizieren. Thiemo war der letzte Starter und die Prüfung verlief bei ihm auch bis fast zum Ende sehr gut, allerdings ging das Pferd beim Mittelgalopp durch und schlitterte dadurch knapp an einem Weiterkommen vorbei.

In der L Kandare musste Gereon dieses Mal als erster auf das Pferd. Bei der Vorstellung der Pferde zeigte sich schnell, dass das Pferd sehr guckig und aufgeregt war und es nicht leicht werden würde, es sicher durch die Prüfung zu lotsen. Dies gelang Friederike Hachmeister aus Bielefeld als zweite Starterin besser und so hieß es dann für Paderborn, dass im Viertelfinale Schluss war. Sofort im Anschluss machten wir uns auf den Weg zur Pizzeria „Hotzenplotz“ in Darmstadt, in der wir unser Abendessen bekommen sollten.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück zur Jugendherberge, um noch etwas Schlaf zu bekommen, bevor es dann zur „Riders-Night“ ging, die in einer alten Fabrikhalle stattfand, die für diese Zwecke umgebaut wurde. Dementsprechend rustikal war auch die Einrichtung, was aber durch die allgemeine Dunkelheit und die vielen Menschen nicht sonderlich auffiel. Dort feierten wir die Erfolge des Tages ausgiebig und bis tief in die Nacht hinein.

Das Aufstehen am nächsten Morgen viel dementsprechend schwer, aber ein harter Studentenreiter kennt keine Müdigkeit und so schlurften wir quasi zum Frühstück, um wieder zu Kräften zu kommen. Für Irija war das Frühstück nur eine kurze Unterbrechung ihres Schlafes, da sie am Tisch und später auf der Tribüne noch ein bisschen weiterschlief, bis Thiemo sie dann weckte, damit sie sich den Parcours einprägen konnte.

Im Springen war Gereon der erste aus der Mannschaft, der aufs Pferd musste. Der kleine Fuchs wurde aber im Parcours immer schneller und schneller und so wurde die Runde, bei der Gereon sichtlich Spaß hatte, nur mittelmäßig gut bewertet und es blieben die anderen Ergebnisse abzuwarten. Irija war als zweite dran, sie durfte ein kleines Fjordpferd reiten, jedoch hatte ihr Vorreiter, der im Besitz des Goldenen Reitabzeichens im Springen war, mit 8,2 mächtig vorgelegt, an die Irija mit einer sehr guten Runde und 7,8 sehr nah heran kam. So lagen alle Hoffnungen auf Thiemo, der sich aber auch einem starken Springreiter aus dem Mixteam geschlagen geben musste. Nicola Haller aus Hannover richtete dann alle Hoffnungen auf ein Weiterkommen zugrunde, da sie auf dem kleinen Fuchs mit einer sehr sauberen Runde den Stilpreis erritt und so Paderborn im Springen niemanden in der nächsten Runde vorzuweisen hatte. Während Thiemo gegen Nachmittag noch zur Obleutekonferenz musste, machte der Rest sich irgendwann auf, sich in der Jugendherberge für den bevorstehenden Ball auszuruhen.

Gegen Abend machten wir uns dann pünktlich fertig und fuhren mit dem Shuttlebus  zum Ball. Nach dem Essen wurde dann verkündet, wer das Mannschaftsfinale am Sonntag bestreiten durfte und Paderborn wurde als eine der fünfbesten Mannschaften auf die Bühne gerufen, jedoch hatte es für das Finale nicht gereicht und so konnten wir auf dem Ball richtig Gas geben und bis zum Ende bleiben.

Am nächsten Morgen mussten wir um 9:30 Uhr unsere Zimmer geräumt haben, was aber im Vergleich zu den vorherigen Tagen fast so etwas wie ausschlafen für uns war. Auf der Reitanlage frühstückten wir dann gemütlich und verfolgten dann das Mannschaftsfinale. In der Dressur legte Göttingen vor und da die Iserlohner Mannschaft im Springen Pech hatte, gewann Göttingen vor Marburg das Finale. Anschließend ging es mit dem Springfinale weiter, in dem Marcel Neugebauer aus Münster und Nicola Haller aus Hannover gegeneinander starteten und letztere dieses Finale auch gewann.

Danach ging es zur sogenannten „Team Trophy“ über, in der die Reitgruppen die Möglichkeiten haben, etwas aufzuführen, um Punkte für die Team Trophy als auch für den Survival Cup zu erhalten. Zunächst führte Hamburg einen „CarWash“ vor und imitierte auf lustige Art und Weise „Das Supertalent“ mit einer Steppeinlage des Jurymitglieds „Bruce“. Danach sorgten die Göttinger mit ihrer Showeinlage, das“G-Team“ für Unterhaltung und zum Schluss folgten die BoDos mit einer Quadrille zu Fuß und einem Stefan Michalke auf einem Fjord, die Jury für sich zu begeistern (und das Publikum mit Bananen, Lollies und Klopfern zu bestechen 😉  ).

Danach wurde es wieder ruhiger und die Pferde für das Göttingen-interne Dressurfinale wurden vorgestellt, auf denen jeweils eine S-Dressur als Pflichtteil und eine selbsterstellte Kür vorgeritten werden müssen. Nach dem beide Finalistinnen einen Teil absolviert hatten, stand das traditionelle Finalknutschen an,  für das die zwei Männer der Darmstädter Mannschaft als Gegenpart auserkoren wurden.

Nach dem alle Prüfungen absolviert waren, gab es noch eine Showeinlage von einer Friesengruppe, die diverse Kunststücke mit den Pferden vorführten (wobei die weiblichen Akteure  trotz der Kälte sehr leicht angezogen waren).

Danach wurde die Siegerehrung vorbereitet, für die jede Gruppe ein Schild mit dem Mannschaftsnamen und zwei Fackeln bekam, mit denen dann gemeinsam in die Reithalle eingezogen wurde.

Nach der Platzierung verabschiedeten wir uns von den anderen und machten uns ein bisschen müde, aber glücklich über den erfolgreichen Ausgang auf den Heimweg (für die, die es nicht wissen, man kann die Strecke Darmstadt – Paderborn auch in 2 Stunden absolvieren).

 

Irija, Thiemo und Gereon