DHM Göttingen 2007

Da wir uns wie bereits geschildert überraschend zur DHM qualifiziert hatten, hieß es nun: Koffer packen (oder 2 Koffer oder 3 Koffer) und ab nach Göttingen. Als wir am Donnerstag ankamen, mussten wir erstmal unsere Ritterkostüme im angemieteten Appartement zusammenbasteln, die sich Thiemo in mühevollster Kleinstarbeit und mit Liebe zum Detail ausgedacht hatte.
Damit ging es dann Richtung Turnhalle, wo wir Julia, Mimi und alle anderen Studentenreiter (die ja bei Studentenreitturnieren in der Regel bekanntlich in Turnhallen nächtigen) trafen.

Jana freute sich gleich so über uns, dass sie uns zu Füßen fiel (oder Jana, mal ganz ehrlich… lags doch daran, dass du mit Julia und Julia schon diverse Flaschen Sekt und Schnaps geleert hast?). Trotz ihres harten Widerstandes und der festen Überzeugung, sie könne doch wirklich feiern gehen, beschloss die Mehrheit der Gruppe: Dieser Fuß braucht ein Krankenhaus.
Thiemo erklärte sich bereit, Julia und Julia inklusive der lachenden, weinenden, am Fuß anschwellenden Jana ins Krankenhaus zu bringen.

Gereon, Mimi und Marina gingen während dessen schon mal zur Party. Nach gefühlten 8 Stunden kam Julia endlich über die Tanzfläche geschwebt und berichtete uns, was im Krankenhaus vor sich gegangen ist. Während die arme Jana untersucht wurde, machten Julia und Julia unter Protest des Fahrers noch die ein oder andere Flasche Sekt platt und trieben das Krankenhauspersonal in den Wahnsinn. Der Chauffeur hielt währenddessen ein Schläfchen in der Wartezone- man weiß ja nie, wie anstrengend der nächste Tag wird.

Nach einer kurzen aber erholsamen Nacht machten wir uns auf, die erste Dressuraufgabe zu bewältigen.
Gereon und ich flogen in der ersten Dressurrunde raus. Für Thiemo schien alles glatt zu gehen. Zunächst sah es nach Glück aus, dass Thiemo eine Runde weiter kam. Wir eröffneten unsere private Loosers- Lounge mit einer Flasche Sekt und begaben uns auf die Tribüne, um die Dinge zu verfolgen, die in noch ungeahntem Ausmaß auf uns zukommen sollten.

Thiemo bestritt auch die nächste Runde recht beeindruckend (Julia wurde ganz stolz auf „UNSEREN“ Thiemo), aber erst als der Rest der Familie abgereist war (Familie Deppe hat uns als Fanclub den ganzen Tag unterstützt und sich wie wir alle die Füße abgefroren), begann sich der unscheinbare Chauffeur vom Vorabend in einen wirklichen Dressurreiter zu verwandeln, was viel mehr von Julias Angeberei den Bielefeldern gegenüber und unserem Gesang geprägt war, als von Thiemos wirklich gutem Ritt selbst.

Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam, aber Julia war auf einmal ganz begeistert von dem „kleinen blonden Jungen“ und pöbelte Bielefeld an. „Ihr seid doch nur neidisch, dass ihr nicht so einen Thiemo habt! Den würdet ihr euch wohl gern mal ausleihen, aber ich sage euch: DEN kriegt ihr nicht!“. Nach Thiemos Halbfinalritt schien Julia mehr und mehr unentdeckte Qualitäten ausfindig zu machen und beschrieb diese auf professionelle Weise: „Wenn unser Thiemo will, dann traversiert der auch geradeaus! Und wenn er ganz gut drauf ist, reitet er Kreuzgalopp! MIT ABSICHT!“

Wir hatten Spaß, haben ein lautes „Ti Amo“ gesungen, es hat aber leider trotzdem nicht ganz gereicht und somit war die Dressurrunde für Paderborn beendet. Wir ruhten uns kurz aus und dann ging es zum Essen.

Die Party am Freitag ließ auch nicht lange auf sich warten. Wir mussten erst lange an der Tür anstehen, trafen aber nach einiger Zeit auf den Rest der Paderborner Schlabus. Rüdiger, Isa, Robert, Anno und Clemens stießen zu uns und wir feierten ausgiebig und sogar richtig lange.

Am Samstagmorgen hieß es dann: Auf ins Springen. Ich flog mal wieder in der ersten Runde raus, Gereon zeigte sich solidarisch und tat es mir nach und somit war es wieder mal Thiemo (er entwickelte sich an dem Wochenende zu Julias persönlichem Held) der eine Runde weiterkam.

Sonst war alles wie immer. Wir tranken ein bisschen Sekt, ein bisschen Bier, sangen ein bisschen, froren und fuhren nach Hause, um kurz die Ruhe vor dem Ansturm auf unsere zwar gammelige aber immerhin vorhandene Dusche (inklusive warmen Wassers und Badezimmertür) zu genießen. Julia und Julia trafen allerdings doch bald ein und die Ballvorbereitungen konnten beginnen. Thiemo und Gereon fuhren schon mal vor und wir hatten den Plan des Jahrhunderts, wie wir mit 3 Leuten, die 3 Autos zur Verfügung hatten sicher hin- und her kamen. Der Plan scheiterte allerdings, was uns dank der Flasche Wein die wir als Wegzehrung bei uns hatten relativ egal war. Auf dem Ball erfuhren wir überraschenderweise, dass wir sogar im Mannschaftsfinale waren. Das begossen wir mit der ein oder anderen Flasche Wein, gestiftet von Thiemos und Gereons Vater (vielen Dank noch mal!) und freuten uns auf die uns bevorstehende Aufgabe, auch wenn das wieder frühes Aufstehen und wenig Schlaf bedeutete.

Irgendwie kamen wir dann zurück und konnten sogar noch ein paar Stunden schlafen bevor wir zur Mannschaftsdressur antreten mussten. Diese verlief nicht ganz so erfolgreich wie wir uns erhofft hatten, aber wir waren trotzdem ganz froh, überhaupt so weit gekommen zu sein.

Auch im Springen hatten wir einige Fehler und landeten somit in der Gesamtwertung auf Platz 3. Ein wirklich schönes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass wir mit dem Ziel losfuhren, bei der Quali nicht Letzter zu werden.

Thiemo, Gereon und Marina