Quali Gießen 2006

Es waren einmal drei original Pariser Straßenpantomimen namens Jean, Jacques und Schabraques, die hatten in ihrem alten Zirkus in Paderborn fleißig Kunststücke geübt und fanden sie wären bereit sich der großen weiten Welt auf der Quali in Giessen unter dem Motto „Menschen, Tiere, Sensationen“ zu präsentieren.

So machten sie sich denn in ihrem super geräumigen Zirkusmobil, Marke Twingo, auf über die sieben Kasseler Berge um sich dem Studentenreiter Zikus zu stellen.

Die Fahrt verlief sehr Harmonisch, auf der Suche nach dem richtigen Radiosender der im Laufe der Fahrt gegen eine „Bärenbrüder“ Kassette getauscht wurde und einiger Verwirrungen bezüglich der Autobahnbezeichnungen (war es nun die A8 oder doch eher die Ausfahrt Nummer 8?) erreichten sie frohen Mutes die Giessener Turnhalle. Dort hatten sich schon einige der angekündigten Sensationen eingefunden, wie die tuntige Pudeldressur aus Bonn, oder das Kuriositätenkabinett aus Göttingen. Jean, Jacques und Schabraques wurde klar, dieser Wettstreit sollte nicht leicht werden, aber sie würden alles tun um den Ansprüchen gerecht zu werden. Somit gönnten sie sich erst einmal ein Schlückchen Sekt, denn einer unter ihnen hatte sein erstes Pantomimen Examen bestanden (an dieser Stelle an Rebecca noch mal herzlichen Glückwunsch im Namen der Reitgruppe) und machten sich mit den anderen Manegenstars auf, ein Taxi zu entern. Nach einer Dreiviertelstunde hatten sie es endlich geschafft sich mit vielen (viel zu vielen) Anderen in ein kleines Auto zu zwängen und standen nun der Ortsunkundigkeit des Taxifahrers gegenüber. Doch schon rauschte ein zweites Taxi heran und Ali rief aus seinem Fenster „Ey, fähst du einfach hinter misch“ und so rauschten wir Los „Ey, der Ali kennt sich hier ja besser aus als ich und der ist ja ganz schön schnell unterwegs“

Nachdem die drei Pantomimen sich für ihren großen Auftritt angemeldet hatten ging es erst mal los die Konkurrenz zu begutachten. Dabei kamen sie vielen Artisten aufgrund erheblicher Platznot zum Teil näher als sie eigentlich wollten und nach einem ersten kleinen Probeauftritt vor einem kleinen, nicht mehr ganz nüchternen Publikum machten Jean und Jacques sich auf um sich ein bisschen für den kommenden Tag zu rüsten und ein bisschen zu schlafen, bald darauf folgte ihnen auch Schabraques und so schlummerten sie selig, bis zum herannahenden Morgen.

Früh waren sie schon auf den Beinen, um sich die besten Plätze im Waschraum zu sichern und machten sich auf um sich ihrer herannahenden Aufgabe zu stellen. Hoch motiviert setzten sie sich in ihr  Zirkusmobil und wollten schon los, da fiel ihnen auf dass sie von anderen Zirkusmobilen umstellt waren. So warteten und warteten sie bis sich auch die anderen Artisten auf den Weg zur großen Show machten. Auf der Reitanlage angekommen wartete auf sie ein kleines Zelt, aber nicht wie sie dachten ein Zirkuszelt, nein, es war gefüllt mit anderen Artisten sie sich um ein Frühstücksbuffet drängten. Frisch gestärkt machten sich die drei auf um ein Los zu ergattern. Sie bekamen drei nette Pferde zugelost, konnten diese jedoch nicht ganz in der von den Richtern erwarteten Form in der Manege präsentieren und mussten deshalb den Rest des Tages auf die Strafbank. Aber Jean, Jaques und Schabraques machten aus ihrer Not eine Tugend und freundeten sich mit vielen anderen Artistengruppen an, die ebenfalls Keinen gefallen mit ihren Darbietungen gefunden hatten. Endlich nahte der Abend, und es sollte zurück zur Turnhalle gehen, aber ohje, ein verwirrendes durcheinander von unzähligen Straßen und Autobahnkreuzen machte es ihnen unmöglich zur Turnhalle zu finden, immerhin waren sie schon sehr müde und wurden von ihrer Orientierung im Stich gelassen. Aber endlich erreichten auch sie ihr Ziel und nach einer kurzen Stärkung fielen sie müde auf ihre Matratzen und schlummerten tief und fest. Wäre nicht Jean plötzlich aufgesprungen (so um halb zwölf) und hätte die beiden anderen aus ihren Träumen gerissen hätten sie wahrscheinlich bis zum nächsten Morgen geschlummert. Jedoch machten sie sich ein wenig verschlafen auf, um sich mit allen Anderen zu einer kleinen Party zu treffen.

Viele Nette Leute waren dort versammelt und bald war alle Müdigkeit vergessen und bei einem kleinen Sprachkurs in Kölsch hatten sie bis in die frühen Morgenstunden viel Spaß. Nachdem sie am nächsten morgen ein wenig verschlafen aus ihren Schlafsäcken krochen machten sie sich mit dem nun wieder voll gepackten super Zirkusmobil auf um sich dem zweiten Wettkampftag zu Stellen. Diesmal ohne Frühstück bestiegen sie wieder einmal drei nette Pferde um sich durch den Stangenwald zu kämpfen und machten ihre Sache sehr gut, doch wieder reichte ihre Darbietung nicht aus, die Richter zu überzeugen und wieder trafen sie sich mit vielen anderen, die das gleiche Schicksal ereilt hatte auf der Bank. Traurig schauten sie den anderen Artisten zu und schmiedeten fleißig Pläne um ihren eigenen kleinen Zirkus bereit zu machen für eine eigene große Vorstellung.

Der Abend nahte und es wurde Zeit diejenigen Artisten zu ehren die mit ihren Darbietungen in das große Münchener Zirkuszelt einziehen sollten.

Jedoch sollten auch die drei Pantomimen nicht ohne kleine Geschenke nach Hause gehen (große Geschenke hätten auch das Zirkusmobil gesprengt) So bekamen sie noch einen elften Platz zugewiesen (wenigstens nicht den zwölften) und machten sich auf den Weg zurück über die sieben Berge voller guter Absichten für die Nächste Vorstellung.

Die drei hatten ein schönes Wochenende, sie haben viel gelernt und viele nette Artisten getroffen. Und wenn sie ihr Zirkusmobil nicht auf dem Rückweg fast über die sieben Kasseler Berge hätten schieben müssen, dann wären sie schon viel eher wieder in Paderborn gewesen.

Von Thekla, Rebecca und Katja