Turnier Osnabrück 2006

Obwohl wir grad erst aus dem Ei geschlüpft waren und noch gar keine Ahnung von der Studentenreiterei hatten („Hä?! Kannst du das mit dem Losen noch mal erklären?!“) zogen wir drei Küken mit unsrer erfahrenen Henne los um uns auf unsrem ersten Studententurnier in Osnabrück zu bewähren.
Unsre Reise begann am Freitag. Das Auto war vollgepackt, die Musik stimmte auch und somit ging es gegen 21°° los („Aber nich so schnell! Der Twingo fährt nur 120!“).
Die erste schwierige Aufgabe mussten wir gleich zu Anfang bewältigen: „Wie heisst das da noch mal?! Ne! Das kennt das Navi nich!“. Also starteten wir mit einer ungenauen Zieleingabe („Hömma- Hauptsache die grobe Richtung stimmt!“)
Aber dafür mit einer topp Wegbeschreibung von Katja („also da wo rechts steht mein ich links und manchmal auch umgekehrt. Oder so.“) und voller Motivation in Richtung Ruller Turnhalle.
Um 23°° endlich dort angekommen richteten wir schnell unser Lager her, schmissen uns in unsre  Bauernkluft und ab gings zur Party. Die Henne wollte ihren Küken ein gutes Beispiel sein und beschloss, den Twingo als Taxi zu nutzen („Dann könnt ihr was trinken. Das gehört dazu. Ich trink ein oder zwei Radler mit euch mit…“).
In der Reithalle angekommen stieß auch unser drittes Küken endlich zu uns und die Schar war perfekt (obwohl Linda das mit dem Verkleiden nicht so ganz ernst genommen hat!!!). Es wurde immer voller und somit kam es, dass wir unsre Henne öfters mal aus den Augen verloren. Als sie ab und zu vorbeigerauscht kam war sie zwar immer noch der festen Überzeugung auf jeden Fall noch zur Turnhalle fahren zu können aber uns Küken war klar: Falls wir nicht laufen wollen brauchen wir ein Taxi. Auch das haben wir irgendwann auf die Reihe bekommen und letztendlich lagen wir gegen halb 5 totmüde im Schlafsack.
Um halb 6 war die Nacht allerdings schon wieder vorbei, als der Hahn uns weckte. Dies geschah allerdings nicht durch ein freundliches „Kikeriki“ sondern durch eine für alle Turnhallenbewohner unangenehme „Pinkelaktion“. Wenn der Hahn den Weg zum Klo nicht findet, nimmt er halt das Bett. Als unsre (leicht angeheiterte) Henne die entsetzten Gesichter ihrer Küken bemerkte, versuchte sie uns mit allen Mitteln davon zu überzeugen, dass das noch nie vorkam („Ehrlich! Also wirklich! Echt!!“) und Studententurniere unheimlich lustig sind.Als brave Küken glaubten wir ihr, beschlossen aber am nächsten Morgen doch lieber, unsre Stiefel erst umzudrehen…
Immer noch oder schon wieder totmüde torkelten wir gegen 9°° zur Reithalle und sammelten da auch wieder unser drittes Küken ein (Erst nicht verkleiden und dann auch noch zu Hause schlafen… aber nach DER Nacht wars dir einfach nicht zu verübeln!).
Viel zu schnell ging die Dressur auch schon los. Schon das Vorstellen der Pferde brachte uns jede Menge Spaß und ließ uns Kälte und Müdigkeit kurzzeitig vergessen. Nachdem die Highlights der ersten Runde an uns vorbeizogen und wir heilfroh waren, dass niemand von uns Erotica reiten musste, lernten wir in der zweiten Runde die Pferde für unsre A- Runde kennen. Schnell war klar wer, wen, wie und wann (aber auch wo lang?!) zu reiten hat. Genauso schnell (nämlich in der ersten Galopprunde) war klar: Das wird nix! Concetto fand die ganze Aktion furchtbar langweilig (blöden Dressurtunten…) und fing an seiner Meinung nach lustig durch die Gegend zu bocken. Manni hatte unter Linda seine Tiefschlafphase allerdings schon erreicht und störte sich somit nicht am Unterhaltungsprogramm seines Vordermanns. Immerhin haben WIR uns nicht verritten… („äh… alle rechts um oder so hinterm ersten her?!“ jaja! In Fachkreisen nennt man das „Abteilung rechts um“) und Linda hat eingesehen: Nur weil ein Springsattel drauf ist, steckt noch lange kein spritziges Springpferd drunter… („Lauf Manni! Gib alles!!“). Franzi bekam von der ganzen Runde nix mit, hatte ein braves Pferd, meisterte ihre Aufgabe mit Bravur und kam eine Runde weiter. Unsre Henne verabschiedete sich von uns und trat Samstagmittag den Heimweg an, natürlich nicht ohne Franzi noch schnell zu erklären was man wie in einer L- Dressur zu reiten hat („Katja! Warte! Was ist Kurzkehrt! Wie reite ich das?!?! Außengalopp?! Ach du scheiße!“). Aber wir haben Franzi die Daumen gedrückt und waren der Meinung, für die erste L- Dressur war das ne prima Leistung. Sogar eine Art Kurzkehrt war zu erkennen. Leider hats nicht ganz gereicht und Franzis Dressurreiterkarriere war nach der L- Runde beendet. Naja- so konnten wir wenigstens noch schnell duschen und sogar noch zwei Stündchen schlafen.
Irgendwann gings dann auch schon wieder los. Schließlich stand die nächste Party auf dem Plan. Katja schickte uns Jenny als Ersatzhenne und wir haben mal wieder jede Menge Spaß gehabt. Irgendwann kam die Müdigkeit dann doch durch und wir beendeten die Nacht schon um halb drei um noch ein wenig zu schlafen.
Schließlich stand am Sonntag noch unser persönliches Highlight aufm Programm: Das Springen… Da wir allerdings am Samstag schon den Parcours abgehen konnten („Also im Springreiter bin ich schon höher gesprungen…!“) hat das unsre Nerven doch noch mal beruhigt und in der Hoffnung nach der zweiten Runde spätestens rauszufliegen stellten wir uns nach dem Frühstück unsrer finalen Aufgabe. Hier hatte Franzi leider nicht so viel Glück und durfte nach der ersten Runde wieder schlafen. Sie blieb aber trotzdem bei uns um uns anzufeuern und tatkräftig zu unterstützen. Linda hatte das Glück in der zweiten Runde Concetto wieder zu treffen. Der hatte sich aber offensichtlich am Samstag unter mir schon ausgebockt und war eigentlich ganz brav nur leider mit seinen vier Jahren völlig fertig im dritten Durchgang. Um ihn nicht weiter zu nerven baute Linda ein paar extra Volten, Kringel und andre (normalerweise eher in der Dressurreiterei wieder zu findende) Gebilde ein. Obwohl sie somit passend vor jeden Sprung kam gaben die extra Einlagen zu viel Abzug und Linda war auch raus.
Ich hatte das Glück Runde um Runde die Selbstläufer zu losen und kam bis ins Finale. Da hab ich dann aber aufgegeben („ui. Son M is ja ganz schön hoch wenn man sonst nur A reitet…“) um mir und dem Pferd die ganze Sache zu ersparen. Als das Finalknutschen grad anfing wollten wir uns dann schnell aus dem Staub machen, um unsre Sachen noch ins Auto zu packen aber Stefan war schneller und wir hörten nur wie alle riefen „Marina du warst auch im Finale, sieh zu, dass du in die Bahn kommst!“. Ok. Dann halt doch Finalknutschen.
Es folgte noch jede Menge Schnaps („Hömma Linda- wie kommst du eigentlich nach Hause?!“ „ach ich muss ja nich so weit….“) und schöne Preise bevor wir gegen 16³° ziemlich stolz (6. von 12 ist ja gar nicht so schlecht fürs erste Mal) aber totmüde („Ich glaub wer das nicht mitgemacht hat, weiss gar nicht was es heisst müde zu sein!“) traten wir den Heimweg an und waren froh gegen 19°° endlich wieder zu Hause zu sein. Trotz Müdigkeit, unangenehmen Vorkommnissen in der ersten Nacht, vieeeeel zu hohen Hindernissen („also normal freuen sich die Leute wenn sie ins Finale kommen…“) und der nicht aufhörenden Kälte trafen wir jede Menge nette Leute, hatten unendlich viel Spaß („also wir gehen öfters mal zusammen auf Partys, oder?“) und sind auf jeden Fall gerne wieder dabei. Von Linda, Marina und Franzi